Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen

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Atomkriegsuhr: 2 vor 12

Gegen gewachsene Atomkriegsgefahr: Atomwaffenverbot durchsetzen!

Weltuntergangsuhr: Zwei Minuten vor zw├Âlf

Die Atomkriegsuhr oder Weltuntergangsuhr (Doomsday Clock), die die Gefahr eines Atomkriegs anzeigt, wurde im Januar 2018 auf zwei Minuten vor zw├Âlf gestellt. Das entschieden wie jedes Jahr die Fachleute des Bulletin of the Atomic Scientists. Das hei├čt, dass sie die Gefahr eines Atomkriegs f├╝r so gro├č wie zuletzt im Jahr 1953 einsch├Ątzen, einem besonders gef├Ąhrlichen Jahr des Kalten Kriegs.

Die USA und Russland haben einen neuen atomaren R├╝stungswettlauf begonnen. Die USA wollen ÔÇ×kleinereÔÇť Atomwaffen produzieren, die einen Atomkrieg leichter f├╝hrbar erscheinen lassen. Russland hat neue Atomwaffen vorgestellt, die jeden Punkt der Erde erreichen k├Ânnen sollen. Das Atomabkommen mit dem Iran wird von den USA massiv gef├Ąhrdet. In Ostasien stehen sich vier Atomm├Ąchte gegen├╝ber, deren Konkurrenz zum Atomkrieg f├╝hren k├Ânnte. In S├╝dasien bedrohen sich die Atomm├Ąchte Indien und Pakistan, Indien wiederum steht in Konkurrenz zur Atommacht China.

Allein schon die Zahl der Atomwaffenm├Ąchte und der Staaten, die nach Nuklearwaffen streben, sorgt schon f├╝r Unsicherheit. Die wachsenden Spannungen zwischen NATO und EU einerseits und Russland andererseits k├Ânnen ebenso wie der Syrienkrieg, in dem mehrere Atomm├Ąchte aufeinandersto├čen, zu einem Atomkrieg eskalieren, auch wenn unwahrscheinlich ist, dass irgendeine der Kriegsparteien das anstrebt.
Sowohl politische Allianzen als auch Regierungen von Atomwaffenstaaten sind unberechenbarer geworden sind. Bei den Regierenden der USA (Trump) und Gro├čbritanniens (Brexit) muss sogar die pers├Ânliche Zurechnungsf├Ąhigkeit sehr stark bezweifelt werden.

Atomwaffen sind massenm├Ârderisch. Wie die gegenw├Ąrtigen Kriege zeigen, sterben die meisten Menschen an sogenannten Kleinwaffen wie Gewehren, die sich auch als Massenvernichtungswaffen erweisen. Und Rwanda hat gezeigt, dass ein V├Âlkermord auch mit Macheten m├Âglich ist. Aber ein Atomkrieg w├╝rde ungleich verheerender wirken. Innerhalb von Minuten w├╝rden Millionen von Menschen sterben. Er w├Ąre das Ende der Zivilisation, wie wir sie kennen.
 

Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnet

122 Staaten der Vereinten Nationen haben im Juli 2017 f├╝r einen Vertrag gestimmt, der Atomwaffen verbieten soll. Die Atomwaffenm├Ąchte und die NATO-Staaten nahmen an den Verhandlungen erst gar nicht teil. Eine Ausnahme waren die Niederlande, die aber dann als einziger Staat gegen den Vertrag stimmten. Der Vertrag wird 90 Tage, nachdem ihn 50 Staaten ratifiziert haben werden, in Kraft treten. Bei Redaktionsschluss des Friedlichts hatten sechs Staaten den Vertrag ratifiziert. Auch wenn der Ratifikationsprozess langsam verl├Ąuft und sich die Nuklearwaffenm├Ąchte nicht beteiligen, ist es ein gro├čer Fortschritt auf dem Weg zur ├ächtung von Atomwaffen.
 

Friedensnobelpreis an ICAN

Der Druck aus der Zivilgesellschaft hat erheblich dazu beigetragen, dass Regierungen den Atomwaffenverbotsvertrag ausgehandelt haben. Auch zahlreiche Parlamentsmitglieder weltweit setzten sich f├╝r das Atomwaffenverbot ein. Umso gerechtfertigter ist es, dass mit dem Friedensnobelpreis 2018 ICAN, die International Campaign to Abolish Nuclear Weapons (ICAN, Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen) gew├╝rdigt wurde. ICAN ist ein Zusammenschluss von 460 Friedensorganisationen in aller Welt, darunter auch die DFG-VK.
 

Gegen Atomwaffen in B├╝chel: Aktionspr├Ąsenz

Der Bundeswehr-Fliegerhorst B├╝chel in der Eifel ist inzwischen der einzige Atomwaffenstandort in Deutschland. Dort ├╝ben im Rahmen der ÔÇ×Nuklearen TeilhabeÔÇť Bundeswehr-Soldaten mit Bundeswehr-Tornados, die Atombomben ins Zielgebiet zu transportieren und abzuwerfen. Die US-Regierung plant, die Atombomben ab 2020 durch neue, zielgenauere Atombomben zu ersetzen. W├Ąhrend der Bundestag 2010 noch den Abzug der US-Atombomben forderte, beginnt nun die Stationierung neuer Atomwaffen, die wesentlich zielgenauer sind und fr├╝hestens 2020 ankommen sollen.

Zum dritten Mal wird auch 2018 die Friedensbewegung mit einer zwanzigw├Âchigen Aktionspr├Ąsenz gegen die Atomwaffen in B├╝chel demonstrieren ÔÇô 20 Wochen f├╝r die dort lagernden 20 Atomwaffen, vom 26. M├Ąrz, dem Tag des Bundestagsbeschlusses von 2010 gegen die Atomwaffen in B├╝chel, bis zum 9. August, dem Jahrestag des Atombombenangriffs auf Nagasaki 1945. 20 mit Wochen mit Protestaktionen, Blockaden und Konzerten.

Wir fordern von der Bundesregierung
1. den Stopp der nuklearen Aufr├╝stung
2. den Beitritt zum UN-Atomwaffen-Verbotsvertrag
3. den Abzug der Atomwaffen aus B├╝chel
 

Ziviler Ungehorsam: Mahnwache hinter Gittern

Zur Aktionspr├Ąsenz geh├Âren auch immer wieder Aktionen Zivilen Ungehorsams wie Blockaden oder Protest auf dem Gel├Ąnde der Milit├Ąrbasis. Sie f├╝hren gelegentlich dazu, dass die Beteiligten angeklagt und verurteilt werden. Ein Beispiel ist Martin Otto (DFG-VK Lahn-Dill/Gewaltfreie Aktion Atomwaffen abschaffen). Er hatte am Nagasaki-Gedenktag am 9. August 2016 als kleinen bescheidenen Beitrag zur Abr├╝stung von unten ein Loch in den Zaun des letzten Atomwaffenst├╝tzpunkts in Deutschland geschnitten. Daf├╝r wurde er Sachbesch├Ądigung zu einer Geldstrafe von 375 Euro, ersatzweise 25 Tage Haft, verurteilt. Wie schon fr├╝her wird er eine ÔÇ×Mahnwache hinter GitternÔÇť abhaltenÔÇť. Er verbindet sie mit einem Offenen Brief an die Bundeskanzlerin und weitere politisch Verantwortliche und mit einer demonstrativen Freikaufaktion: Menschen waren aufgefordert, den Offenen Brief zu unterzeichnen und mit Kleinbetr├Ągen von ca. 1 Euro dazu beizutragen, Martin Otto aus dem Gef├Ąngnis freizukaufen.

Letztes Update: 26.03.2018 18:31
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