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Ukraine: Kriegsgegner Ruslan Kotsaba erneut von GefÀngnis bedroht

Gegen den Journalisten und Kriegsgegner Ruslan Kotsaba soll ein zweites Verfahren wegen Landesverrats und Behinderung der StreitkrĂ€fte gefĂŒhrt werden, obwohl er deswegen bereits 17 Monate im GefĂ€ngnis gewesen und freigesprochen worden war.  (Stand 25.3.2018)

Ruslan Kotsaba wurde im Februar 2015 in seiner Heimatstadt Iwano-Frankiwsk im Westen der Ukraine verhaftet. Er hatte kurz zuvor in einer Videobotschaft an PrĂ€sident Petro Poroschenko erklĂ€rt, er werde sich der Einberufung verweigern und wĂŒrde eher fĂŒnf Jahre GefĂ€ngnis auf sich nehmen als auf seine „im Osten lebenden MitbĂŒrger“ zu schießen. Er rief seine Landsleute auf, ebenfalls den Kriegsdienst zu verweigern.

Ruslan Kotsaba hatte sich 2004 in der Orangenen Revolution und 2014 in der Majdan-Bewegung engagiert und bei den PrĂ€sidentschaftswahlen fĂŒr Poroschenko gestimmt. Ruslan Kotsaba tritt fĂŒr eine andere Ukraine ein, jenseits von Block-Denken, Oligarchen-Herrschaft und Korruptionsskandalen.
Der bekennende Christ gehört der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche an. Im griechisch-katholischen Bevölkerungsteil in der West-Ukraine ist traditionell der ukrainische Nationalismus am stÀrksten verankert. Die griechisch-katholische Kirche entstand 1596 unter polnischer Herrschaft aus der Union von Teilen der Orthodoxen Kirche mit der Katholischen Kirche. Liturgisch und kulturell ist diese Unierte Kirche orthodox geprÀgt, sie gehört aber zur Katholischen Kirche.

Ruslan Kotsaba hatte mehrfach aus den von den AufstĂ€ndischen kontrollierten Gebieten berichtet und kam zur Überzeugung, dass dieser Krieg beendet werden muss. In seiner Video-Botschaft an PrĂ€sident Poroschenko erklĂ€rte er: „Lieber gehe ich ins GefĂ€ngnis, als jetzt in den BĂŒrgerkrieg zu gehen und meine Landsleute, die im Osten leben, zu töten 
 Ich werde an diesem Bruderkrieg nicht teilnehmen.“ Im Prozess im Februar 2016 erlĂ€uterte er: „Ich bin an der Front zum Pazifisten geworden.“

FĂŒr seinen Aufruf wurde er wegen „Landesverrat“ und „Behinderung der rechtmĂ€ĂŸigen AktivitĂ€ten der StreitkrĂ€fte der Ukraine“ im Februar 2015 in Untersuchungshaft genommen. Amnesty International erkannte ihn sofort als „Gewissensgefangenen“ an. Ein Jahr dauerte es, bis am 5. Februar 2016 gegen Ruslan vor dem Gericht im westukrainischen Iwano-Frankiwsk der Prozess eröffnete wurde. Er wurde wegen „Behinderung der rechtmĂ€ĂŸigen AktivitĂ€ten der StreitkrĂ€fte der Ukraine“ zu dreieinhalb Jahren GefĂ€ngnis verurteilt.

Seit 2015 gibt es eine internationale UnterstĂŒtzungskampagne fĂŒr Ruslan Kotsaba. Höhepunkt und HerzstĂŒck der Kampagne war eine von DFG-VK und Connection Veranstaltungsreihe in Deutschland mit Ruslans Ehefrau Uliana Kotsaba, die im Mai 2016 in Mainz begann. Im Juli 2016 hob das Berufungsgericht das Urteil auf. Ruslan kam frei.

Doch im Juni 2017 entschied der Oberste Gerichtshof, dass das Verfahren erneut durchzufĂŒhren sei.

Im Januar 2018 kam Ruslan Kotsaba auf dem Weg von GesprĂ€chen beim Europarat in Straßburg in die Ukraine auch ins Rhein-Main-Gebiet. Bei einer gut besuchten Veranstaltung in Mainz berichtete er ĂŒber seine Situation. Schon eine Woche spĂ€ter hatte er den nĂ€chsten Gerichtstermin. DFG-VK und Connection sorgten sehr kurzfristig dafĂŒr, dass online Protestfaxe ans Gericht geschickt werden konnten.

Nachdem das Gericht in Iwano-Frankiwsk den Fall zurĂŒckverwiesen hatte, war am 31. Januar das Gericht im nahegelegenen Bohorodtschany damit befasst. Doch der Richter erklĂ€rte sich aufgrund seiner Bekanntschaft mit Ruslan Kotsaba fĂŒr befangen. Der Richter war 1999 in der Naturschutz-Staatsanwaltschaft tĂ€tig und Ruslan war zu dieser Zeit Chef der Gebietsfischereiinspektion. Als nĂ€chstes sollte im Februar das Gericht in Dolyna, ebenfalls in der Oblast Iwano-Frankiwsk, ĂŒber den Fall entscheiden. Dieses Gericht entschloss sich, das Verfahren an die Staatsanwaltschaft zurĂŒckzuverweisen. Das Gericht rĂŒgte, dass die Anklageschrift nicht der Strafprozessordnung entspreche. Die Staatsanwaltschaft in Iwano-Frankiwsk will das Verfahren weiter betreiben. (Stand Anfang MĂ€rz 2018)

Verfolgung von Andersdenkenden
Ruslan Kotsaba ist nicht der einzige, der wegen seiner MeinungsĂ€ußerungen gegen den Krieg verfolgt wird. In der von nationalistischem Hass aufgeheizten AtmosphĂ€re werden auch andere Kritiker der Regierungspolitik verfolgt. Anfang MĂ€rz 2018 ging der Geheimdienst mit Hausdurchsuchungen gegen 25 Journalisten und Oppositionellen vor. Gleichzeitig wurde Ruslan Kotsaba vom ukrainischen Außenministerium die Akkreditierung fĂŒr die gemeinsame Pressekonferenz der EU-Außenbeauftragten Mogherini und des ukrainischen PrĂ€sidenten Poroschenko verweigert.  

Verfolgung von Kriegsdienstverweigerern
2014 wurde der Zwang zum Kriegsdienst, der erst wenige Monate zuvor unter PrĂ€sident Janukowytsch abgeschafft worden war, wiedereingefĂŒhrt. MilitĂ€rdienstentziehung, Befehlsverweigerung und Desertion werden strafrechtlich verfolgt. In Kampfsituationen dĂŒrfen die Kommandeure Befehlsverweigerer und Deserteure erschießen.

Nach SchĂ€tzungen haben sich Hunderttausende junger MĂ€nner dem MilitĂ€rdienst durch Untertauchen und Flucht ins Ausland entzogen. Die Kriegsdienstverweigerungsgesetzgebung der Ukraine entspricht noch nicht einmal den vom Europarat festgelegten Standards. In der Ukraine dĂŒrfen nur Angehörige einiger festgelegter kleiner christlicher Gruppen einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung stellen, deren Lehre den MilitĂ€rdienst verbietet. Aber selbst das wurde schon von Gerichten ignoriert. Soldaten und Reservisten haben kein Recht auf Kriegsdienstverweigerung. Ein religiöser Verweigerer wurde an die Front geschickt und dort misshandelt und verstĂŒmmelt. Wegen jĂŒdischer Vorfahren wurde er von Mitsoldaten zwangsweise beschnitten.

Gefahr durch Faschisten
Kritiker des Kriegs und der Regierungspolitik werden nicht nur direkt vom Staat verfolgt. Ruslan Kotsaba erhĂ€lt stĂ€ndig Drohbriefe von Ultranationalisten und Faschisten, darunter von der bekannten Nazi-Gruppe Sitsch14. In einem Fall wurde er, als er gerade in einer FußgĂ€ngerzone Interviews fĂŒrs Internet-Fernsehen machte, vor laufender Kamera von einem Faschisten geschlagen.

Die DFG-VK, Connection e.V. und die War Resisters’ International werden Ruslan Kotsaba weiterhin unterstĂŒtzen und sich fĂŒr Meinungsfreiheit und das Recht auf Kriegsdienstverweigerung in der Ukraine einsetzen.

Hintergrundinformationen und Aktuelles ĂŒber die Verfolgung von Ruslan Kotsaba und die SolidaritĂ€tskampagne und aktuelle Meldungen:


Ukraine: SolidaritÀt mit Ruslan Kotsaba!

Gegen den Kriegsgegner und Journalisten Ruslan Kotsaba soll ein zweites Verfahren wegen Landesverrats und Behinderung der StreitkrĂ€fte gefĂŒhrt werden, obwohl er dafĂŒr bereits 2016 zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden war.

Am Montag und Diestag, 19. und 20. Februar 2018, wurde das Verfahren gegen den ukrainischen Journalisten und Kriegsgegner Ruslan Kotsaba fortgesetzt. Nachdem sich das Gericht in Bohorodtschany fĂŒr befangen erklĂ€rt hatte, war nun das Gericht in Dolyna zustĂ€ndig. Es bemĂ€ngelte, dass dass die Anklage der Staatsanwaltschaft Iwano-Frankiwsk nicht den Vorschriften der Strafprozessordnung entspreche. Das Gericht verwies den Fall daher zurĂŒck an die Staatsanwaltschaft, die nun die Möglichkeit hat, die Anklageschrift nachzubessern.

Wir gehen davon aus, dass der weiterhin bestehende internationale Druck dafĂŒr sorgt, dass auch die Gerichte deutlich machen, dass die Anklage politisch  motiviert ist und sie daher ablehnen, sich damit zu befassen.
Ruslan Kotsaba ist weiterhin frei und wartet nun auf die Fortsetzung des Verfahrens.

Wir hatten anlĂ€sslich der Prozesstermine im Januar und Februar darum gebeten, mit Protestschreiben ans Gericht fĂŒr die Einstellung des erneut eröffneten Verfahrens zu fordern. Wir bedanken uns bei allen, die sich damit fĂŒr Ruslan Kotsabas Freiheit eingesetzt haben. 

Wir werden weiterhin berichten.

Die Anklage war gegen ihn eröffnet worden, weil er sich Anfang 2015 ĂŒber Youtube gegen die KriegfĂŒhrung im Osten des Landes wandte und seine Landsleute dazu aufrief, den Kriegsdienst zu verweigern.

Amnesty International hatte ihn als politischen Gefangenen anerkannt. Nach einer internationalen Kampagne von Friedens- und Menschenrechtsorganisationen kam er im Juli 2016 nach ĂŒber 16 Monaten Haft auf Beschluss des Berufungsgerichtes frei.
Das Oberste Gericht der Ukraine hob jedoch den Freispruch auf und ordnete eine Wiederholung des Verfahrens an. Das Gericht in Bohoradtschany erklĂ€rte sich am 31. Januar 2018 fĂŒr befangen, wohl auch aufgrund des internationalen Drucks, und hatte das Verfahren an das Berufungsgericht in Iwano-Frankiwsk zurĂŒckverwiesen. Gerichtsort wurde dann  die westukrainische Kleinstadt Dolyna.

 

Prozess gegen Kriegsgegner am Mittwoch, 31. Januar 2018

Nachtrag: Das Gericht in Bohorodtschany erklĂ€rte sich am 31. Januar 2018 fĂŒr befangen, wohl auch aufgrund des internationalen Drucks, und hat das Verfahren an das Berufungsgericht in Kiew zurĂŒckverwiesen. Es ist zu erwarten, dass nun ein anderes Gericht in der Region mit der DurchfĂŒhrung des Verfahrens beauftragt wird.

Wir hatten darum gebeten, mit Protestschreiben ans Gericht fĂŒr die Einstellung des erneut eröffneten Verfahrens zu fordern. Wir bedanken uns bei allen, die sich damit fĂŒr Ruslan Kotsabas Freiheit eingesetzt haben. 

Am 31. Januar 2018 stand der ukrainische Journalist und Kriegsdienstverweigerer Ruslan Kotsaba erneut vor Gericht. FĂŒr die nun zum zweiten Mal erhobene Anklage wegen Landesverrats und Behinderung der StreitkrĂ€fte war er bereits 2016 zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Die Anklage war gegen ihn eröffnet worden, weil er sich Anfang 2015 ĂŒber Youtube gegen die KriegfĂŒhrung im Osten des Landes wandte und seine Landsleute dazu aufrief, den Kriegsdienst zu verweigern.

Nach einer internationalen Kampagne kam er im Juli 2016 nach ĂŒber 16 Monaten auf Beschluss des Berufungsgerichtes frei. (BeitrĂ€ge dazu siehe unten)

Das Oberste Gericht der Ukraine hob jedoch den Freispruch auf und ordnete eine Wiederholung des Verfahrens an. Ruslan Kotsaba braucht daher weiterhin dringend internationale UnterstĂŒtzung.

Einzelheiten ĂŒber die weitere Entwicklung demnĂ€chst an dieser Stelle.

 

 

 

Ukraine: SolidaritÀt mit Ruslan Kotsaba

Ruslan Kotsaba berichtete bei einer Veranstaltung am Mittwoch, 24. Januar 2018 in MAINZ

19.30 Uhr, Julius-Lehlbach-Haus, Sitzungssaal, Kaiserstr. 26-30

Neu: Dokumentation der Veranstaltung: Film, Audio-Dateien und Mitschrift des Vortrags

Film: Ruslan Kotsaba in Mainz
Russisch mit deutschen Untertiteln. 14:04 min. Quer-TV Mainz

Audio-Datei: Zum Auftakt: Lied von Willfried Jaspers: Ja Soldat (Ich bin Soldat) 4:13 min

Audio-Datei: Einleitung durch Moderator Rudi Friedrich (Connection/DFG-VK) 4:08 min

Mitschrift des Vortrags von Ruslan Kotsaba

Einladung als pdf

Der Krieg in der Ukraine ist aus den Medien weitgehend verschwunden, gekĂ€mpft wird aber weiter. Der politische Hintergrund hat sich kaum verĂ€ndert: EuropĂ€ische Union und USA mit der NATO auf der einen Seite und Russland auf der anderen Seite versuchen, die Ukraine oder möglichst große Teile von ihr in ihren Einflussbereich zu ziehen.

Einige widersetzen sich dieser Politik, unter ihnen auch der Kriegsdienstverweigerer und Journalist Ruslan Kotsaba. Im Januar 2015 kritisierte er die neue Regierung und sprach sich gegen die KriegfĂŒhrung der Ukraine im Osten des Landes aus. Er rief seine Landsleute auf, ebenfalls den Kriegsdienst zu verweigern. Darauf folgte seine Inhaftierung und schließlich eine Verurteilung zu einer Haft von dreieinhalb Jahren. Nach einer internationalen SolidaritĂ€tskampagne, darunter eine Veranstaltungsreihe in Deutschland mit Ruslan Kotsabas Ehefrau Uliana, hob das Berufungsgericht das Urteil im Juli 2016 auf.

Vor wenigen Wochen jedoch entschied der Oberste Gerichtshof, dass das Verfahren erneut durchzufĂŒhren sei. Ruslan Kotsaba ist also erneut von Haft bedroht. In einer Veranstaltung wird er ĂŒber die HintergrĂŒnde des Krieges berichten, die aktuelle Situation im Kriegsgebiet und in der Ukraine. Und er wird seine eigene Situation darstellen, fĂŒr die er dringend UnterstĂŒtzung benötigt.

Es laden ein:

  • attac Mainz
  • Connection e.V.
  • Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), Landesverband Hessen
  • Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), Gruppe Mainz
  • Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), Gruppe Frankfurt
  • Rosa-Luxemburg-Stiftung Rheinland-Pfalz

 

 

 

Ukraine: Freispruch von Ruslan Kotsaba aufgehoben

Bislang eineinhalb Jahre Untersuchungshaft und eine Anklage wegen „Staatsverrats“:

Ohne internationale Aufmerksamkeit drohen dem ukrainischen Pazifisten Ruslan Kotsaba bis zu 13 Jahre Haft.

In einer Videobotschaft auf youtube forderte Kotsaba Anfang 2015 alle Wehrpflichtigen dazu auf, einer Einberufung zum MilitÀr nicht zu folgen.
Die Hoffnungen auf einen demokratischen Schub durch die Maidan-Bewegung sieht der Journalist und Blogger durch anhaltende Korruption und Missachtung von Menschenrechten verraten.

Nach seiner Videobotschaft wurde Kotsaba wegen Behinderung der TĂ€tigkeit des MilitĂ€rs und „Staatsverrat“ festgenommen und nach 15 Monaten Untersuchungshaft zu dreieinhalb Jahren GefĂ€ngnis verurteilt.

Nach der Einstufung als politischer Gefangener durch amnesty international, einer Vortragsreise seiner Ehefrau in Deutschland und zahlreichen SolidaritÀtsschreiben sprach ihn ein Berufungsgericht im Juli 2016 zunÀchst frei.

Die Staatsanwaltschaft erwirkte im Juni 2017 aber die Aufhebung des Freispruchs und fordert weiterhin eine Verurteilung zu 13 Jahren Haft. Es wird demnÀchst neu verhandelt.

Wenn die Anklage zugelassen wird, muss Kotsaba nach ukrainischem Recht zwingend in Untersuchungshaft genommen werden.

Aber auch von Neonazis wird der engagierte Pazifist verfolgt. RegelmĂ€ĂŸig erhĂ€lt er Drohbriefe der Nazigruppe C14. Aus SicherheitsgrĂŒnden ist er von seiner westukrainischen Heimatstadt Iwano-Frankiwsk nach Kiew umgezogen und lebt dort getrennt von seiner Frau und seinen Kindern.

Innerhalb der Ukraine kann Ruslan Kotsaba keine offene SolidaritĂ€t erwarten – umso wichtiger ist fĂŒr ihn UnterstĂŒtzung aus dem Ausland.

 

Pazifismus ist kein "Staatsverrrat"!
Veranstaltung mit Ruslan Kotsaba und Ulrich Heyden

BERLIN, Montag, 13. November 2017

19 Uhr, Jugend- u. Kommunikationszentrum Wasserturm
Kopischstraße 7/Ecke Fidicinstrasse, 10965 Berlin-Kreuzberg
(U Platz der LuftbrĂŒcke oder U Gneisenaustraße; Bus 341, 104, 119 NĂ€he Chamissoplatz)
Ruslan Kotsaba und der Journalist Ulrich Heyden (Freitag u. a.) sprechen ĂŒber die Tragödie des Krieges, Menschenrechtsverletzungen und antidemokratische Tendenzen in der Ukraine und im Donbass und den Einfluss von Rechtsextremen auf die Politik.
Einladung zur Veranstaltung in Berlin als pdf
   
Berliner Initiative "Freiheit fĂŒr Ruslan Kotsaba"

Ukraine: Ruslan Kotsaba ist frei (Juli 2016)

Im Berufungsprozess gegen den ukrainischen Journalisten und Kriegsgegner hat hat das Gericht am 14. Juli 2016 das Verfahren aus Mangel an Beweisen eingestellt und Ruslan Kotsaba aus der Haft entlassen. Er war am 12. Mai 2016 in Iwano-Frankiwsk wegen "Behinderung der rechtmĂ€ĂŸigen AktivitĂ€ten der StreitkrĂ€fte der Ukraine" zu 3 1/2 Jahren Haft verurteilt worden. Er war er seit Februar 2015 in Untersuchungshaft gewesen. Zuvor hatte er sich in einer Video-Botschaft an PrĂ€sident Poroschenko gegen die KriegfĂŒhrung der Ukraine im Osten des Landes ausgesprochen und erklĂ€rt, er werde sich der Einberufung verweigern. Er hatte seine Landsleute aufgerufen, sich ebenfalls dem Kriegsdienst zu verweigern.

Die Freilassung von Ruslan Kotsaba ist ein Erfolg der von der internationalen Kampagne, die von der DFG-VK und von Connection vorangetrieben wurde. Sie hatten Freiheit fĂŒr Ruslan Kotsaba und die GewĂ€hrleistung der Rechte auf Kriegsdienstverweigerung und Meinungsfreiheit in der Ukraine gefordert.

Zuletzt hatte Ende Mai/Anfang Juni Uliana Kotsaba, Ehefrau von Ruslan Kotsaba, auf Einladung der DFG-VK und von Connection bei Veranstaltungen in Mainz, Rostock, Berlin, Köln und Leipzig mit betrÀchtlichem Medienecho und in GesprÀchen mit Abgeordneten und politisch Verantwortlichen auf das Schicksal ihres Mannes aufmerksam gemacht.

Informationen zur Entscheidung des Gerichts und Links zu Medienberichten dazu:

Neu: Veröffentlichungen infolge der Veranstaltungsreihe mit Uliana Kotsaba

 

Ukraine: Freiheit fĂŒr den Journalisten und Kriegsdienstverweigerer Ruslan Kotsaba!

 

Veranstaltung mit seiner Ehefrau Uliana Kotsaba

und dem Politologen und Historiker Dr. Gernot Lennert

MAINZ, Montag, 30. Mai 2016

19 Uhr, Julius-Lehlbach-Haus, Kaiserstr. 26-30, 55116 Mainz

Krieg in der Ukraine: mit Tausenden von Toten, Zwangsrekrutierungen, aber auch Desertionen und Protesten gegen den Krieg. EuropĂ€ische Union und USA mit der NATO auf der einen Seite und Russ­land auf der anderen Seite versuchen, die Ukraine oder möglichst große Teile von ihr in ihren Einflussbereich zu ziehen.

Einer, der sich gegen den Krieg sperrt, ist der Journalist und Kriegsdienstverweigerer Ruslan Kotsaba. Er hatte die Proteste auf dem Majdan unterstĂŒtzt, weil er sich davon eine Demokratisierung der Ukraine erhoffte. Im Januar 2015 aber wandte er sich gegen die neue Regierung und sprach sich gegen die KriegfĂŒhrung der Ukraine im Osten des Landes aus. In einer Videobotschaft an PrĂ€sident Petro Poroschenko erklĂ€rte er, er werde sich der Einberufung verweigern und wĂŒrde eher fĂŒnf Jahre GefĂ€ngnis auf sich nehmen, als auf seine "im Osten lebenden MitbĂŒrger" zu schießen. Er rief seine Landsleute auf, ebenfalls den Kriegsdienst zu verweigern.

Ruslan Kotsaba war seit Februar 2015 in Untersuchungshaft. Am 12. Mai 2016 ist er zu 3 1/2 Jahren GefÀngnis verurteilt worden.

Er war unter dem Vorwurf des Staatsverrats und der Behinderung der TĂ€tigkeit der StreitkrĂ€fte festgenommen worden. In seinen ProzesserklĂ€rungen betonte der 49-jĂ€hrige, dass der Konflikt mit den Separatisten friedlich gelöst werden mĂŒsse.

In der Veranstaltung wird seine Ehefrau Uliana Kotsaba ĂŒber seine Situation, seine Motive und das Verfahren berichten. ErgĂ€nzend dazu wird Dr. Gernot Lennert einige HintergrĂŒnde des Krieges in der Ukraine darstellen.

Veranstaltet von:

  • attac Mainz
  • Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Mainz
  • DFG-VK Bildungswerk Hessen
  • LinkswĂ€rts 
  • Rosa-Luxemburg-Stiftung Rheinland-Pfalz
  • SDS-Fraktion im Stupa der Uni Mainz

Faltblatt zur Veranstaltung als pdf

Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe mit Uliana Kotsaba und jeweils örtlich unterschiedlichen Korreferenten.

Weitere Termine:

ROSTOCK, Dienstag, 31. Mai 2016: 19 Uhr, Peter-Weiss-Haus (Möckelsaal), Doberaner Str. 21, 18057 Rostock.
Mit Uliana Kotsaba.
Veranstaltet von: Regionalgruppe Mittleres Mecklenburg der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnereInnen (DFG-VK), Rostocker FriedensbĂŒndnis

BERLIN, Mittwoch, 1. Juni 2016: 19.30 Uhr, Galerie Olga Benario, Richardstr. 104 (U Karl-Marx-Straße), 12043 Berlin.
Mit Uliana Kotsaba und dem Journalisten Reinhard Lauterbach.
Veranstaltet von Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Berlin-Brandenburg und Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der AntifaschistInnen (VVN-BdA) Berlin

KÖLN, Donnerstag, 2. Juni 2016: 19 Uhr,  Allerweltshaus, Körnerstr. 77, 50823 Köln.
Mit Uliana Kotsaba und dem Publizisten Kai Ehlers.
Veranstaltet von Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnereInnen (DFG-VK) Köln, Kölner Friedensforum und Friedensbildungswerk Köln

LEIPZIG, Freitag, 3. Juni 2016: 18 Uhr, Karl-Liebknecht-Haus, Braustr. 15, 04107 Leipzig.
Mit Uliana Kotsaba und Andrej Hunko, MdB Die Linke.
Veranstaltet von Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnereInnen (DFG-VK) Landesverband Ost

TrÀger der Veranstaltungsreihe

AnkĂŒndigung der Veranstaltungsreihe auf Russisch bei der ???????????? ????????????? ??????-????????????? (Konföderation RevolutionĂ€rer Anarchosyndikalisten)

Weitere Informationen zu Ruslan Kotsaba

  • ĂŒber den Verlauf des Prozesses
  • bisherige und laufende SolidaritĂ€tsaktionen
  • Möglichkeiten fĂŒr Protest- und SolidaritĂ€tsschreiben

DFG-VK Hessen: www.dfg-vk-hessen.de/aktuell/ruslan-kotsaba (aus technischen GrĂŒnden leider kein direkter Link; Link bitte ins Adressfeld kopieren)

 

Zum Ukraine-Konflikt insgesamt:

Gernot Lennert: „Ein Spiel mit dem Feuer“: Sammelrezension von neu erschienen BĂŒchern zu Ukraine. In: Zivilcourage Nr. 5/2014 S. 21-23, als separater Text als pdf-Datei

 

 

Letztes Update: 29.03.2018 00:53
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