Aktuell > Freiheit für Jurij Scheljashenko
Eine Möglichkeit für eine Protest E-Mail an mehrere ukrainische Behörden Weitere Möglichkeiten für Protestschreiben unten
Am 19. März 2026 wurde der ukrainische Pazifist, Menschenrechtsverteidiger und Kriegsdienstverweigerer Jurij Scheljashenko von den ukrainischen Behörden in Kyjiw festgenommen. Nun droht ihm die Zwangsrekrutierung durch das ukrainische Militär.
Dies geschah nur wenige Wochen nach dem gemeinsamen von weltweit 124 Organisationen Aufruf an die Behörden, von solchen Verfolgungen von Kriegsdienstverweigerern Abstand zu nehmen und die anhaltende Verfolgung von Jurij Scheljashenko einzustellen.
Den vorliegenden Informationen zufolge wurde Jurij Scheljashenko von Beamten der Bezirkspolizei Petschersk in Kijiw ohne ordnungsgemäße Rechtsgrundlage und unter Missachtung der nach ukrainischem Recht vorgeschriebenen Verfahrensgarantien festgenommen.
Jurij Scheljashenko ist ein bekannter Kriegsdienstverweigerer, der sich seit 1998 öffentlich dazu bekennt, sowie Pazifist und Menschenrechtsverteidiger. Er ist zudem Wissenschaftler, Geschäftsführer der Ukrainischen Pazifistischen Bewegung / Український Рух Пацифістів (Sektion der War Resisters International), Direktor des Instituts für Frieden und Recht in der Ukraine sowie Vorstandsmitglied des Europäischen Büros für Kriegsdienstverweigerung und von World Beyond War.
Die War Resisters' International und die DFG-VK verurteilen die Inhaftierung von Jurij Scheljashenko aufs Schärfste und fordern die ukrainischen Behörden nachdrücklich auf, ihn unverzüglich freizulassen. Die Weigerung zu töten ist kein Verbrechen.
Versand einer vorformulierten Protest E-Mail an mehrere ukrainische Behörden
Weitere Möglichkeiten:
19. März 2026
Die unterzeichnenden Organisationen sind schockiert über die heutige Festnahme und den Freiheitsentzug des Menschenrechtsverteidigers Jurij Scheljashenko durch die ukrainischen Behörden in Kyjiw. Dies geschieht nur wenige Wochen nach einem gemeinsamen Appell an die Behörden, die Verfolgung von Kriegsdienstverweiger*innen einzustellen und die laufende Verfolgung von Herrn Scheljashenko zu beenden.
Nach den vorliegenden Informationen wurde Herr Scheljashenko von Beamten der Polizei des Bezirks Petschersk in Kyjiw ohne ordnungsgemäße Rechtsgrundlage und unter Missachtung der nach ukrainischem Recht erforderlichen Verfahrensgarantien festgenommen. Insbesondere gibt es Hinweise darauf, dass:
— kein Festnahmeprotokoll erstellt wurde;
— keine klaren rechtlichen Gründe für den Freiheitsentzug angegeben wurden;
— der Zugang zu einem Rechtsbeistand behindert wurde;
— der Kontakt zum staatlichen ukrainischen Ermittlungsbüro behindert wurde;
— er ohne ordnungsgemäßes Gerichtsverfahren an ein territoriales Zentrum für Rekrutierung und soziale Unterstützung (ZRU) überstellt wurde oder überstellt werden sollte.
Wir weisen darauf hin, dass eine Beteiligung des ZRU die Verantwortung der Strafverfolgungsbehörden für den ursprünglichen Freiheitsentzug nicht ausschließt. Diese Handlungen können Verstöße gegen die Verfassung der Ukraine und die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK), insbesondere Artikel 5 (Recht auf Freiheit und Sicherheit), sowie gegen Artikel 9 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte (IPBPR) darstellen.
Jurij Scheljashenko ist ein bekannter Kriegsdienstverweigerer, der sich seit 1998 öffentlich dazu bekennt, ein Pazifist und ein Menschenrechtsverteidiger. Er ist zudem Akademiker, Exekutivsekretär der »Ukrainischen Pazifistischen Bewegung« (Український Рух Пацифістів), einer Mitgliedsorganisation von »Internationale der Kriegsdienstgegner*innen« (War Resisters’ International, WRI), Direktor des »Instituts für Frieden und Recht« (Інститут миру і права) in der Ukraine sowie Vorstandsmitglied des »Europäischen Büros für Kriegsdienstverweigerung« (European Bureau for Conscientious Objection, EBCO) und von »Welt jenseits des Krieges« (World Beyond War, WBW).
Tragischerweise hat er zuvor über die grausamen Praktiken der »Busifizierung«, der Zwangsrekrutierung und der obligatorischen militärischen Registrierung in der Ukraine berichtet, die in einigen Fällen sogar zu Folter und Todesfällen in militärischen Rekrutierungszentren geführt haben.
Wir verurteilen all diese Handlungen aufs Schärfste als schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen, die in demokratischen Ländern keinen Platz haben.
Wir fordern die ukrainischen Behörden auf, Jurij Scheljashenko unverzüglich freizulassen und alle Verfahren zur Zwangsrekrutierung einzustellen.
Wir erinnern daran, dass sein Fall zuvor Gegenstand einer Mitteilung der Mandatsträger des Sonderberichterstatters für das Recht auf Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit, des Sonderberichterstatters für Minderheitenfragen und des Sonderberichterstatters für Religions- oder Weltanschauungsfreiheit war. Der Fall von Herrn Scheljashenko, die Mitteilung der Sonderberichterstatter und die Reaktion der ukrainischen Behörden wurden auch vom OHCHR in seinem Bericht über die Verweigerung des Militärdienstes aus Gewissensgründen hervorgehoben, insbesondere im Kapitel mit dem Titel »Unterlassung unangemessener Einschränkungen der Menschenrechte derjenigen, die die Rechte von Kriegsdienstverweiger*innen vertreten oder verteidigen«. Sein Fall wurde zudem im Jahresbericht 2023/2024 von Amnesty International aufgeführt.
Wir wiederholen unseren Appell an die internationale Gemeinschaft, alle geeigneten Maßnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass Menschenrechtsverteidiger und Friedensaktivisten nicht für ihr Eintreten für Frieden und Gewaltfreiheit kriminalisiert werden; darüber hinaus, dass das Recht auf Kriegsdienstverweigerung im Einklang mit internationalen Standards vollständig umgesetzt wird und dass Kriegsdienstverweiger*innen den notwendigen Schutz vor Verfolgung in ihrem Herkunftsland, auch durch Asyl, erhalten.
Connection e.V.
European Bureau for Conscientious Objection, EBCO / Bureau Européen de l'Objection de Conscience / Europäisches Büro für Kriegsdienstverweigerung
Internationaler Versöhnungsbund / International Fellowship of Reconciliation, IFOR)
War Resisters’ International, WRI / Internationale der Kriegsdienstgegner*innen
Dieser Text im englischen Original auf Russisch ↷ auf Französisch ↷ auf Griechisch ↷ auf Italienisch ↷ auf Spanisch ↷ auf Türkisch ↷ auf Niederländisch ↷